Was mich ausmacht! Armin Mohsen Daneshgar, Architekt in Wien: Ich bin 1992 zufällig in Wien gelandet. Eigentlich wollte ich nach Amerika, so wie fast alle jungen Iraner damals. Ich wollte im Ausland Architektur studieren und habe herausgefunden, dass man dafür in Wien nichts zahlen muss. Und Geld hatte ich ja keines. Am Anfang habe ich im Währinger Park geschlafen. Später habe ich in der Nacht den „Kurier“ ausgetragen; um acht Uhr war ich in der Bauphysik-Vorlesung. Ich wollte schon als Kind Architekt werden. Nach dem Studium habe ich als Ein-Mann-Betrieb begonnen, der Start war sehr schwierig. Das erste Büro war voller Ratten. Will Alsop war eine Art Mentor für mich. Er hat gesagt, der Junge da hat was drauf. Heute baue ich in München, Stockholm, London, Berlin, Frankfurt. Wir sind 42 die wirtschaft Nr. 7/8 Juli/August 11 vier Leute in Wien, und ich habe Mitarbeiter in London und Stockholm. Mein Großvater hatte Safranfelder. Er hatte den Traum, dass ich das weiterführe. Aber ich hasste die Landwirtschaft. Das Gelb des Safrans ist aber meine Farbe geworden. Ich verwende es bei fast allen Projekten. Es beruhigt die Augen und verbreitet Freude. Safrangelb macht glücklich. Geprägt hat mich die alte persische Kaligrafie. Diese Muster finden sich in allen meinen Arbeiten. Die islamischen Ornamente in modernste Architektur zu übersetzen ist meine Idee. Das ist völkerverbindend. Ich möchte meinen Kindern vermitteln, dass kein Gegeneinander, sondern nur ein Miteinander möglich ist und dass es im Leben um Frieden geht und um Liebe.
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