Republik 07/2010

Christandl Stefan Grampelhuber, Chefredakteur Jürg Gretchenfrage beim Schuldenabbauen Im November 1993 hatte man eine derartige Entwicklung noch nicht vor Augen. Der Vertrag von Maastricht, der damals in Kraft trat, gab klare Bedingungen vor: Nur Länder mit einer Gesamtverschuldung von 60 Prozent des BIP und 3 Prozent Neuverschuldung durften mitmachen – im Euro-Club. Spätestens seit vorigem Jahr brennt in Euroland aber der Hut. Die Schuldenquoten erhöhten sich 2009 dramatisch: Großbritannien (11,5 %), Spanien (11,2 %) und Irland (14,3 %) gehören zu den Spitzenreitern. Und wie es mit Griechenland (13,6 %) weiterging, muss man an dieser Stelle nicht mehr im Detail ausführen. Im Vergleich dazu ist die österreichische Neuverschuldung 2009 von 3,4 Prozent des BIP relativ gering ausgefallen. Zeit zum Zurücklehnen bleibt aber nicht. Glaubt man nämlich den Prognosen der Wirtschaftsforscher, wird die nationale Gesamtverschuldung 2010 erstmals an der 70-Prozent- Marke kratzen. Auch in Österreich hat schließlich der historisch größte Schuldentransfer stattgefunden – vom Staat in die Privatwirtschaft. Zweite beginnt nun langsam wieder zu brummen. Die Löcher in den Staatskassen gehen dadurch aber nicht weg. Damit der Weg aus der Krise weitergehen kann, steht nun die Gretchenfrage im Raum: Wie bauen wir die Schuldenberge ab, ohne dass der zarte Wirtschaftswachstum gleich wieder einknickt? An Konzepten mangelt es nicht. In der aktuellen Ausgabe hinterfragt REPUBLIK die unterschiedlichen Zugänge. Ursula Horvath Gertraud Eibl Christina Leitner Spitzenbeamten aus dem Finanzministerium und weitere Experten erklären in der Titelgeschichte (S. 10), wie sich die Kosten der Krise am besten kompensieren lassen. Welche Rolle dabei Verwaltungsreformen spielen und wo schon jetzt Best-Practice-Beispiele zu finden sind, hat Ursula Horvath herausgefunden. Ganz den Gemeinden widmet sich Gertraud Eibl und zeigt auf, wie es auf dieser Ebene mit kreativen Ideen zu deutlichen Entlastungen kommen kann (S. 22). Wo sich die echten Schätze aus dem Familiensilber des Bundes befinden und was sie wert sind, hat Christina Leitner recherchiert (S. 20). Was gibt es sonst noch in der Republik-Sommerausgabe zu finden? Lukas Wiesboeck hat den neuen Wiener Magistratsdirektor Erich Hechtner anlässlich seines Amtsantritts interviewt (S. 26). Und Wolfgang Tucek hat im BMI nachgefragt, mit welchem Aufwand die Umsetzung der EU-Volksbefragung verbunden ist (S. 28). P.S.: Sie haben Anregungen zu REPUBLIK-Beiträgen aus Ihrem Umfeld für eine der nächsten Ausgaben? Dann zögern Sie nicht, mich zu kontaktieren: s.grampelhuber@republik-online.at B. Klaczak Editorial C. Schnobrich Juli/August 10

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