Christandl Stefan Grampelhuber, Chefredakteur Jürg „Peak Oil“ wird kommen In Frankreich und Großbritannien gibt es sie bald. In den USA diskutiert man gerade darüber. Deutschland sagt momentan noch „Nein“. Dennoch sind Kaufsubventionen für Elektro-Autos auf internationaler Ebene in aller Munde. Die Autohersteller haben mittlerweile erkannt, dass die Zeit des billigen Erdöls endgültig vorbei ist. Nun gibt es eine Reihe von alternativen Konzepten. Das E-Auto, für das man keine Zapfsäule mehr braucht, ist eines davon. Von schlichter „Angst vor der beginnenden Marktbereinigung“ oder „Greenwashing“ der Autoindustrie sprechen die Subventionskritiker. Ganz drastisch drückte es Verkehrsguru Axel Friedrich kürzlich in der deutschen „Zeit“ aus: „Sie (Anmerk. die Autoindustrie) will mit Produkten, die sie noch gar nicht verkauft, ein besseres Image bekommen.“ Einerseits ist die Kritik verständlich: Unternehmensförderungen forcieren die Forschung rund um E-Antriebssysteme seit Jahren. Die Öffentliche Hand in Österreich gab dafür 2010 rund 70 Mio. Euro aus. Auch heuer sollen es deutlich mehr als die eigentlich geplanten 60 Mio. werden. Die Industrie wird also schon großzügig unterstützt. Andererseits: Was tun, wenn die neue Technologie nicht in die Fläche geht, weil sie einfach zu teuer für den Otto- Normalverbraucher ist? Gerade am Land, wo sich öffentliche Verkehrsmittel nicht im gleichen Maße wie in der Großstadt etablieren lassen, gelten E-Mobile als potentes Zukunftsmodell. Und dort würden andere mögliche Begünstigungen wie die Nutzung von Busspuren oder eigene E-Auto-Parkplätze im öffentlichen Raum wohl nicht oder zu wenig greifen. Wolfgang Tucek Gertraud Eibl Andrea Krieger Mit der nationalen und der europäischen Verkehrspolitik beschäftigt sich die Juni-Ausgabe von REPUBLIK: Stefan Grampelhuber schlägt in der Titelgeschichte eine Brücke zwischen alternativen Verkehrskonzepten und der österreichischen Infrastrukturplanung (S. 10). Das Ausbauprogramm rund um die Transeuropäischen Netze steht im Mittelpunkt von Wolfgang Tuceks Abhandlungen – Österreich spielt dabei eine gewichtige Rolle (S. 20). Das Führungsforum Innovative Verwaltung (FIV), ein Zusammenschluss von Führungskräften aus dem öffentlichen Sektor, hat sich Gedanken zur Verwaltungsreform gemacht. Gertraud Eibl hat mit FIV-Vertretern gesprochen und analysiert die Zugänge der Experten (S. 22). Dass Akademiker bei Vater Staat immer schwieriger eine adäquate Anstellung finden, zeigte eine kürzlich veröffentlichte Studie – Andrea Krieger berichtet davon (S. 24). P.S.: Sie haben Anregungen zu REPUBLIK-Beiträgen aus Ihrem Umfeld für eine der nächsten Ausgaben? Dann zögern Sie nicht, mich zu kontaktieren: s.grampelhuber@republik-online.at B. Klaczak Editorial Juni 10
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