Zukunft Ausblick Ein Beispiel für moderne Innenraumgestaltung mit Glas ist das Passepartout aus spiegelndem „ipachrome”: eine dekorative Glastrennwand in einer Bibliothek, gestaltet mit „ipachrome design” von Interpane. schungsprojekt tätig war, bildet den Ausgangspunkt für die Bemessungsgrundlage, bei der unterschiedliche Formate, Klebstoffe und Variationen berechnet werden können, um eine solche Konstruktion allgemeingültig ausführen zu können. Der TU-Experte erklärt: „Glas verfügt über eine extrem hohe Druckfestigkeit, die jedoch bisher kaum genutzt wurde. Um die aufnehmbaren Lasten der Holzforschung Austria noch weiter steigern zu können, haben wir uns genau dieser Materialeigenschaft bedient und zusätzlich zur Schubverklebung der Holzforschung Austria Klötze angeordnet, um ergänzend zu dem Tragmechanismus Schubfeld auch eine gläserne Druckdiagonale, wie man sie von Fachwerkträgern kennt, zu erzeugen. Das Ergebnis sind schließlich zwei überlagerte Tragmechanismen, die die Eigenschaften des Glases besser nutzen und damit das Aussteifungsvermögen deutlich erhöhen.” Bei Holz und Glas bietet sich dabei, ebenso wie bei Stahl und Beton, dieselbe fundamentale Voraussetzung eines ähnlichen Wärmeausdehnungsverhaltens. Im gemeinsamen Verbund von Holz und Glas werden zudem die Schwächen des jeweils anderen ausgeglichen: Holz als Bewehrung und Schutz für die Kanten des spröden Materials Glas und Glas mit seiner hohen Druckfestig- Foto: Interpane „Pilkington Insulight TM Eclipse Advantage” kombiniert Sonnenschutz und Wärmedämmung in einem mittels Online-Verfahren beschichteten Glas, das leicht zu lagern und zu verarbeiten ist. keit als Aussteifung für Holz. Die ideale Verbindung der beiden ist der Klebstoff, um einen gleichmäßigen Lasteintrag in das Glas zu erzielen. Auch beim Klimaschutz kann die Kombination Holz-Glas eine Lösung sein, etwa bei Passivhäusern mit großen südseitigen Verglasungen. Außerdem sind beide Stoffe sehr gut rezyklierbar. Das Ziel des Projekts war, Glas, das eigentlich nicht zum Lastabtrag herangezogen werden kann, mithilfe von Verklebung mit Holz hierfür einsetzbar und auch berechenbar machen zu können”, so Werner Hochhauser. Die TU entwickelte und forschte parallel auch an Trägern und Platten aus Holz und Glas, um auch diese Bauteile berechenbar zu machen. Der Vorteil für die Unternehmen ist, dass sie durch dieses Hochleistungsmodul flexibler geworden und nun in der Lage sind, Gebäude oder auch nur Teile davon mit diesem System auszusteifen – vom Passivhaus über Wintergärten bis zum Ausstellungspavillon. „Mit diesem System steht der Industrie eine der Schlüsseltechnologien der Zukunft im Fenster- und Fassadenbau zur Verfügung”, ergänzt Schober. Der Charme der Konstruktion ist die Transparenz. Gleichzeitig ergibt sich ein wirtschaftlicher Nutzen, in dem das Glas, das ohnehin vorhanden ist, voll ausgenutzt wird. 111 Jahre | 1900 – 2011 49 Foto: Pilkington
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