Christandl Stefan Grampelhuber, Chefredakteur Jürg Regionales Dickicht Die Regional- und Raumentwicklungspolitik ist in Österreich ein Paradebeispiel einer sogenannten Querschnittsmaterie. Damit ist gemeint, dass sich die Zuständigkeiten auf Bund, Länder und Gemeinden verteilen – anders als etwa in Deutschland oder der Schweiz. Das ist auch der Grund, weshalb die hiesige Regionalpolitik für politische Laien auf den ersten Blick etwas komplex wirkt: Das Bundeskanzleramt mischt mit der Koordinationssektion IV mit. Die Raumordnungskonferenz ÖROK gibt die Strategie vor. Den operativen Part übernehmen Regionalmanagement-Büros in den Bundesländern. Und dann gibt es noch eigene Gesellschaften, die die Förderungen verteilen. Verstärkt wird das regionale Dickicht durch eine Metamorphose, die dieser Politikbereich in den vergangenen Jahren durchmachte. Früher wurde Regionalpolitik noch abschätzig mit Spendensammeln für die ärmsten Gebiete assoziiert. Heute ist reine Almosenpolitik aber „out“ und klug aufgeteiltes Investment für alle „in“. „Aktive Standortpolitik“ heißt das dazugehörige Zauberwort: Die Öffentliche Hand hat erkannt, dass es nur sinnvoll ist, lenkend einzugreifen und sozusagen als Katalysator zu wirken. Es geht also nicht mehr nur darum, die Unterschiede zwischen den Regionen auszugleichen, sondern die Nischenbildung zu unterstützen. Nischen entstehen zwar nach wie vor von selbst. Diese Stärken gezielt zu fördern, ist die Hauptaufgabe der Regionalpolitik im 21. Jahrhundert. Ursula Horvath Christina Leitner Georg Günsberg Wie sich die Schwerpunkte in der österreichischen Regionalpolitik innerhalb der vorigen Jahrzehnte verlagert haben, davon berichtet Ursula Horvath in der Titelgeschichte (S. 10). Sie hat dazu Regionalpolitikexperten wie Wolf Huber aus dem BKA oder Martin Heintel von der Uni Wien befragt. Gertraud Eibl hat sich die Generaldirektion Regionalpolitik, eine der größten EU-Verwaltungseinheiten, im Detail angesehen (S. 16) und Neokommissar Hahn zu seinen regionalpolitischen Strategien befragt (S. 22). Der Pharmamarkt wird zunehmend von gefälschten und gefährlichen Medikamenten überschwemmt. Christina Leitner ist dabei der Frage nachgegangen, wie die Öffentliche Hand den Pillenfälschern das Handwerk legen will (S. 32). Und wie hilfreich das Web-2.0 bei der Entwicklung der Energieforschungsstrategie des BMVIT war, das erkundet Georg Günsberg in der Rubrik „Projekte“ (S. 43). P.S.: Sie haben Anregungen zu REPUBLIK-Beiträgen aus Ihrem Umfeld für eine der nächsten Ausgaben? Dann zögern Sie nicht, mich zu kontaktieren: s.grampelhuber@republik-online.at Editorial Mai 10
Sie befinden sich auf der Textversion einer Flash-Seite.
Um die Seite in ihrem vollem Umfang betrachten zu können, benötigen Sie den Flash Player ab Version 8, sowie aktiviertes Javascript.
Sie können jederzeit versuchen, diese Abfrage zu überspringen und das Magazin trotzdem aufzurufen, indem Sie hier klicken!