Republik 04/2010

Schwerpunkt Forschung und Innovation Text Wolfgang Tucek Forscher am Wort Schon das laufende 7. Rahmenforschungs- programm bietet für Forscher deutliche Verbesserungen wie elektronische Abwicklung und reduzierte Rechnungsprüfungspflichten. Für die Zukunft sind weitere Vereinfachungen und ein Fokus auf die Kernziele der Wirtschaftsstrategie „Europa 2020“ anvisiert. „Kommissarin Geoghegan-Quinn hat sich persönlich zur Vereinfachung der EU-Forschungspolitik verpflichtet.“ Wolfgang Burtscher, EU-GD Forschungspolitik 22 April 10 Daran besteht kein Zweifel: Forschung und Entwicklung sind eine unverzichtbare Basis für eine positive wirtschaftliche Zukunft der EU. Das propagieren alle einschlägigen Strategiepapiere aus Brüssel. 54 Mrd. Euro sind im EU-Rahmenbudget von 2007 bis 2013 für das 7. Rahmenforschungsprogramm vorgesehen. Die Zuteilung der Mittel ist hochkomplex. Es gilt die Balance zwischen möglichst einfacher Verfügbarkeit für zukunftsweisende Forschungsprojekte und korrekter Abwicklung zu finden. Und grundsätzlich ist die Beteiligungsquote Österreichs ziemlich gut. Die bisherigen Rückflüsse im aktuellen Rahmenprogramm betragen 130 Prozent der nach Brüssel überwiesenen Gelder, wie Sabine Herlitschka von der österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft FFG erzählt. Das sei noch eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorgängerprogramm, bei dem der Rückfluss immerhin schon bei 117 Prozent gelegen habe. Zu strenge Kontrolle? Doch neige die EU-Kommission derzeit eher dazu, Antragsteller immer schärfer zu kontrollieren, anstatt eine Vertrauensbasis mit den Forschern aufzubauen. „In den letzten Jahren ist der Detaillierungsgrad der Regeln immer größer geworden“, moniert die FFG-Bereichsleiterin für europäische Programme. Er ähnle beinahe einem Beschaffungsprozess: „Es ist wie wenn Sie einen Tisch bestellen, dessen Farbe, Ausmaße und Materialien genau vorgegeben sind.“ Doch so könne man mit Forschung nicht umgehen. Der Fokus müsse weniger auf die Input-Indikatoren wie zu erwartende Personalmonate, sondern mehr auf den Output wie möglicherweise bahnbrechende Forschungsergebnisse gelegt werden, so Herlitschka. „Forschungskommissarin Maire Geoghegan-Quinn kennt diese Thematik und hat sich bei ihrer Anhörung vor dem Europäischen Parlament persönlich zur Vereinfachung der EU-Forschungspolitik verpflichtet“, entgegnet der stellvertretende Generaldirektor für Forschungspolitik in der EU-Kommission, Wolfgang Burtscher. Die Kommission werde noch heuer einen Vorschlag für den Umgang mit dem

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